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Das Schweigen der Behörde: Wird der Fall Noah in Hettstedt genauso „abgewickelt“ wie in Dessau?

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HETTSTEDT / DESSAU – Die Schlagzeilen um den kleinen Noah aus Hettstedt reißen nicht ab. Ein Neunjähriger, der laut den Schilderungen seiner Eltern durch die Hölle ging und eine Behörde, die den Vorhang zuzieht. Wer die aktuellen Statements von Tobias Kühne, dem Sprecher des Landesschulamtes Sachsen-Anhalt, hört oder liest, erlebt ein gefährliches Déjà-vu. Ein Blick zurück auf den Fall an der Dessauer Pestalozzischule zeigt: Das Wegbügeln von Gewalt hat beim Landesschulamt offenbar Methode.

Ein Kommentar von der Hettstedt Live Redaktion

Der Fall Noah erschüttert unsere Stadt. Ein Kind, das schikaniert, bedroht und geschlagen wurde, während die Verantwortlichen offenbar wegschauten. Für Tobias Kühne, den Mann, der die Antworten für das Landesschulamt liefert, stellt sich die Welt jedoch bürokratisch steril dar. Er spricht nicht von Opfern und Tätern. Er spricht von „gegenseitigen Provokationen“. Eine Wortwahl, die das Leid eines Kindes zur bloßen Pausenhof-Zänkerei degradiert.

Das „System Kühne“: Lektionen aus Dessau

Wer wissen will, wie das Landesschulamt tickt, muss nach Dessau schauen. Dort gab es bereits massive Vorwürfe gegen eine pädagogische Fachkraft. Eltern berichteten von physischen Übergriffen und psychischem Druck. Die Reaktion von Herrn Kühne damals? Fast wortgleich mit dem heutigen Fall Noah:

  • Interne Prüfung ohne Befund: In Dessau hieß es schnell, die Vorwürfe seien „nicht belastbar“. Die Behörde prüfte sich selbst und stellte sich, wenig überraschend, ein hervorragendes Zeugnis aus.
  • Täter-Opfer-Umkehr: Anstatt die Ängste der Eltern ernst zu nehmen, wurde die „gestörte Kommunikation“ der Familien beklagt.
  • Drohung statt Hilfe: Während die Kinder traumatisiert zu Hause saßen, rasselten Kühne und seine Behörde mit dem Säbel der Schulpflicht.

Echte Hilfe statt bloßer Verwaltung: Jedes Kind zählt

Was in der unterkühlten Kommunikation von Herrn Kühne völlig untergeht, ist die menschliche Pflicht einer Schule: Jedem Kind muss geholfen werden. Wenn Gewalt im Spiel ist, gibt es keine Gewinner. Das Opfer, in diesem Fall Noah, braucht sofortigen Schutz, psychologische Betreuung und das Gefühl, dass Gerechtigkeit existiert. Doch auch die Kinder auf der anderen Seite, die Täter, dürfen nicht einfach nur „verwaltet“ werden. Aggressives Verhalten bei Kindern fällt nicht vom Himmel; es ist oft ein Hilferuf oder das Ergebnis eines Umfelds, das keine Grenzen setzt.

Ein funktionierendes Landesschulamt müsste Konzepte vorlegen, wie beiden Seiten geholfen wird: Dem Opfer, um wieder angstfrei lernen zu können, und den Tätern, um den Weg zurück in ein gewaltfreies Miteinander zu finden. Stattdessen liefert Kühne nur Worthülsen über „pädagogische Register“, die in der Realität der betroffenen Familien nie anzukommen scheinen.

Hettstedt darf nicht Dessau werden!

Das Tobias Kühne nun im Fall Noah erneut von „komplexen Konfliktlagen“ schwadroniert, ist kein Zufall. Es ist eine bewährte Strategie: Man nehme einen hochemotionalen Fall von Gewalt, übergieße ihn mit einer dicken Schicht aus Behördendeutsch und warte, bis die Eltern entnervt aufgeben.

In Dessau hat diese Taktik dazu geführt, dass Fronten bis heute verhärtet sind. In Hettstedt darf das nicht passieren. Wir fordern echte Unterstützung für alle beteiligten Kinder, statt einer Behörde, die sich nur selbst verwaltet.

Fazit: Wir lassen uns nicht abspeisen

Das Landesschulamt unter Tobias Kühne agiert wie eine Festung. Doch hinter den Mauern aus „Datenschutz“ sitzen echte Kinder. Der Fall Noah ist kein „gegenseitiges Problem“, es ist ein Test für unsere Zivilgesellschaft. Wir wollen keine „pädagogischen Einordnungen“, Herr Kühne, wir wollen Lösungen, die sowohl Noahs Schutz als auch die Resozialisierung der Täter garantieren.

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