Bürokratie-Aus für Traditionsrennen: 37. Motorradgeländefahrt „Durch das Mansfelder Land“ ABGESAGT
Hiobsbotschaft für alle Motorsportfans in der Region: Die für den 19. September 2026 geplante 37. Motorradgeländefahrt „Durch das Mansfelder Land“ muss ersatzlos abgesagt werden. Wie der Veranstalter MC Geländesport-Mansfeld Südharz e.V. offiziell bekanntgab, machen unüberwindbare bürokratische Hürden und fehlende Genehmigungen die Durchführung des Traditionsrennens in diesem Jahr unmöglich.
Die Entscheidung sei den Verantwortlichen extrem schwergefallen, man habe bis zur letzten Sekunde gekämpft, geschwitzt und gehofft. Am Ende sei dem Verein jedoch schlichtweg die Zeit davongelaufen. Da ein Event dieser Größenordnung ein lückenloses Sicherheits- und Genehmigungskonzept voraussetzt, musste nun die Reißleine gezogen werden, um eine kurzfristige behördliche Absage unmittelbar vor dem Rennwochenende zu verhindern.
Die Gründe: Personelle Wechsel und Datenschutz-Sackgasse
Nach Angaben des MC Geländesport-Mansfeld Südharz e.V. steht und fällt ein solches Enduro-Rennen mit den behördlichen und privaten Freigaben. In diesem Jahr führten gleich mehrere Faktoren zu einem unüberwindbaren Stillstand:
- Führungswechsel im Forstbetrieb: Durch eine personelle Neubesetzung an der Spitze des zuständigen Forstbetriebs verzögerten sich die Abstimmungen. Trotz intensiver Bemühungen seitens des Vereins konnte bis heute kein Termin für ein persönliches Erstgespräch mit der neuen Leitung vereinbart werden.
- Eigentümerwechsel auf Schlüsselstrecken: Auf einigen der wichtigsten Streckenabschnitte haben Grundstücke die Besitzer gewechselt. Für das Rennen ist die explizite Zustimmung der neuen Eigentümer zwingend erforderlich. Hier stehen die Organisatoren jedoch vor einer datenschutzrechtlichen Mauer: Aus Datenschutzgründen verweigern die Behörden aktuell die Herausgabe der Kontaktdaten der neuen Besitzer.
- Schwebende Verfahren: Neben diesen Kernproblemen hängen derzeit noch weitere essenzielle Genehmigungen von Behördenseite in der Luft.
Die Uhr ticke unbarmherzig, und das Risiko, Fahrer und Fans anreisen zu lassen und das Event zwei Tage vorher behördlich untersagt zu bekommen, sei für den Verein schlicht zu groß.
Klartext vom Verein: Keine internen Streitigkeiten
Gerüchten über vermeintliche interne Unstimmigkeiten oder Streitigkeiten im Verein entgegnet der Vorstand mit einem deutlichen Dementi. „Es gibt kein Drama, keine internen Streitereien; uns fehlt einfach nur die Zeit“, so das offizielle Statement. Jeder, der schon einmal eine Veranstaltung dieser Größenordnung organisiert habe, wisse, dass jedes einzelne Puzzleteil zu 100 Prozent passen muss. Wenn die Mühlen der Bürokratie zu langsam mahlen, stehe man irgendwann vor einer Wand.
Blick nach vorn: Fokus liegt auf 2027
Trotz der bitteren Absage für 2026 betont der Verein, dass die bisher geleistete Arbeit nicht umsonst war. Alle bereits erfolgreich gesicherten Genehmigungen und Planungsstände sollen eins zu eins für das kommende Jahr mitgenommen werden.
In den kommenden Monaten wollen die Verantwortlichen die Zeit nutzen, um die neuen Grundstückseigentümer auf alternativem Wege ausfindig zu machen, „Klinken zu putzen“ und die notwendigen Gespräche in aller Ruhe zu führen.
Der MC Geländesport-Mansfeld Südharz e.V. bedankt sich bei allen Fahrern, Helfern, Fans und Unterstützern für das entgegengebrachte Verständnis und blickt optimistisch auf die Saison 2027, um dann wieder gemeinsam mit Vollgas durchzustarten.
