Zwischen Wolke 7 und Bollerwagen: Der doppelte Donnerstag in Hettstedt
Am kommenden Donnerstag ist es wieder so weit: Hettstedt steht vor der großen Identitätsfrage. Blicken wir andächtig gen Himmel oder eher konzentriert auf den Füllstand des Bierglases? Die Antwort lautet meistens: Beides!
Ein Aufstieg mit Ansage
Offiziell feiern wir Christi Himmelfahrt. Genau 40 Tage nach Ostern verabschiedete sich Jesus von seinen Jüngern, um ins „himmlische Homeoffice“ zurückzukehren. Ein klassischer Fall von Familienzusammenführung auf höchster Ebene.
Früher nahm man dieses Fest sehr bildlich: In vielen Kirchen wurden Christusfiguren durch sogenannte „Heiliggeistlöcher“ im Kirchendach nach oben gezogen, um die Himmelfahrt nachzustellen. Dabei regnete es oft Blumen auf die Gläubigen herab, und manchmal wurden sogar brennende Strohscheiben als Symbol für das Feuer des Heiligen Geistes verwendet. Wir in Hettstedt lassen das mit dem Feuer dieses Jahr lieber bleiben, denn das verträgt sich so schlecht mit den Auflagen der Feuerwehr. Ein paar Frühlingsblumen tun es ja auch!
Vom Gebet zur Herrenpartie
Aber wie kam es vom Gebet zum Bollerwagen? Schon im 19. Jahrhundert nutzten die Herren der Schöpfung den freien Tag für „Herrenpartien“. Man zog hinaus in die Natur, um die Männlichkeit zu zelebrieren. Heute ist der Bollerwagen das wichtigste Fortbewegungsmittel der Stadt – getunt mit Musikboxen, Kühlboxen und einer ordentlichen Portion guter Laune.
Wetter-Check: Hält die Frisur am Herrentag?
Der Deutsche Wetterdienst mahnt zur wetterfesten Kleidung. Wir erwarten überwiegend starke Bewölkung mit nur kurzen sonnigen Momenten. Mit Höchstwerten um die 11°C bleibt es recht frisch. Das Regenrisiko liegt bei etwa 25% – ein paar Schauer könnten die Tour also begleiten. Der Wind weht böig aus Südwesten, passt also auf, dass die Hüte auf den Köpfen bleiben!
Unser Tipp für den Donnerstag:
Ob Sie nun den Ölgrundteich ansteuern, eine Wanderung zum Tonloch planen oder den Drahtesel Richtung Wipper-Radweg satteln:
- Für die Väter (und die, die es noch werden wollen): Denkt dran, der Bollerwagen hat keine Knautschzone. Packt die Regenjacke ein und kommt gesund wieder heim.
- Für die Gläubigen: Ein kurzer Blick nach oben schadet nie und vielleicht findet sich zwischen den Wolken ja doch ein Sonnenstrahl.
Der „Hettstedter Care-Guide“ für unsere Heldinnen
Während die Herren versuchen, die physikalischen Gesetze von Schwerkraft und Hopfen-Logistik in Einklang zu bringen, beginnt für viele Frauen die eigentliche Schicht. Hier ein kleiner Leitfaden für das „Abhol-Kommando“:
- Das Ortungssystem: Falls „Vati“ nach 18 Uhr per GPS nicht mehr zu finden ist – folgen Sie einfach der Spur aus verlorenen Grillwürstchen und dem fernen Echo von „Griechischer Wein“.
- Die Erstversorgung: Legen Sie schon mal die Wärmflasche und ein großes Glas Wasser (mit einer Prise Salz!) bereit. Wenn die Herren zurückkehren, haben sie oft den Blick eines Rehs im Scheinwerferlicht und das Vokabular eines Zweijährigen.
- Der strategische Vorteil: Denken Sie daran: Alles, was am Donnerstag im Überschwang der Gefühle zugesagt wird (z.B. „Schatz, ich renovier nächste Woche das Bad!“), sollte sofort schriftlich fixiert werden.
- Das Abhol-Taxi: Wenn Sie die Truppe am Tonloch einsammeln müssen: Eine Plastikplane auf der Rückbank schont die Polster!
Mädels, haltet durch, denn wir wissen, wer am Ende den Bollerwagen wieder in die Garage schiebt!
Egal, ob Sie den „Vatertag“ oder „Himmelfahrt“ feiern, wir von Hettstedt Live wünschen Ihnen einen geselligen Feiertag!
Quelle für Wetterdaten: Deutscher Wetterdienst (DWD)

