SANGERHAUSEN/HETTSTEDT – Es ist bittere Gewissheit: Der Jugendclub „Leuchte“ wird zum 01.01.2026 seine Türen schließen. Nachdem der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Mansfeld-Südharz im Rahmen der neuen Priorisierung der Jugendförderung Fakten geschaffen hat, rückt das Ende der traditionsreichen Einrichtung im Haus der Jugend unaufhaltsam näher.
Die Entscheidung: Streichung aus dem Förderplan
Hintergrund der Schließung ist die jüngste Sitzung des Jugendhilfeausschusses. In diesem Gremium wird darüber entschieden, welche Jugendeinrichtungen im Landkreis mit Personal- und Betriebskostenzuschüssen unterstützt werden. Aufgrund der prekären Haushaltslage des Landkreises und einer Neuausrichtung des Jugendförderplans fiel die „Leuchte“ in Hettstedt offenbar aus dem Raster der förderfähigen Projekte. Ohne die finanzielle Rückendeckung durch den Kreis ist der Betrieb für den Träger nicht mehr leistbar.
Die Kostenfalle: Über 50.000 Euro
Warum konnte keine Lösung gefunden werden? Nach Informationen, die Hettstedt Live vorliegen, sind es vor allem die Summen im Hintergrund, die das Aus besiegelt haben. Die Personal-, Betriebs- und Sachkosten belaufen sich auf weit über 50.000 Euro pro Jahr.
Da der Jugendhilfeausschuss bei Beträgen über 15.000 Euro zwingend zustimmen muss und diese Mittel nun nicht mehr im Budget vorgesehen sind, steht die Einrichtung vor dem finanziellen Nichts. Die Stadt Hettstedt selbst betont zwar, dass die Arbeit „in irgendeiner Form“ fortgeführt werden müsse, doch ein eigener Haushaltstitel der Stadt kann diese enorme Summe kurzfristig kaum auffangen.
Ein schwerer Schlag für Hettstedter Familien
Die Stadtverwaltung warnt deutlich vor den Folgen: Die im Haus der Jugend geleistete Arbeit kann von anderen Vereinen in Hettstedt nur „in geringem Maße abgefangen werden“. Es droht ein Loch in der sozialen Infrastruktur unserer Stadt. Besonders bitter: Der Club war für viele Kinder ein geschützter Raum abseits der Straße.
„Dessen Kinder- und Jugendarbeit ist eine überaus wichtige Aufgabe in Hettstedt und kann nur in geringem Maße durch andere Vereine abgefangen werden“, heißt es im Statement der Stadtverwaltung.
Hoffnung auf ein „Wunder“ in der Haushaltsdebatte
In der Stadtverwaltung gibt man sich noch nicht gänzlich geschlagen. Man hofft darauf, dass die Entscheidung im Zuge der abschließenden Haushaltsdiskussionen auf Kreisebene noch einmal überdacht wird. Doch die Signale aus dem Jugendhilfeausschuss sind eindeutig: Die Prioritäten wurden anderweitig gesetzt.
An dieser Stelle geht ein großer Dank an das Team des JC Leuchte, das sich über Jahre hinweg mit „Leib und Seele“ für die Kids engagiert hat. Sollte sich am 1. Januar 2026 die Tür endgültig schließen, verliert Hettstedt mehr als nur ein Gebäude, es verliert ein Stück Zukunft für die Jugend.
Hettstedt Live bleibt für euch an der Geschichte dran und berichtet, sobald es neue Entwicklungen aus dem Kreistag gibt.



