Aussage von Frau Zimmer zu 21 Millionen Euro sorgt für Verwirrung
In der jüngsten Sitzung des Hettstedter Stadtrates fiel eine Zahl, die bei vielen Bürgern und Lesern für Erstaunen und Unklarheit gesorgt hat: 21 Millionen Euro. Im Zusammenhang mit der Debatte um den neuen Kunstrasenplatz entstand bei manchen der Eindruck, dies seien die Kosten für das Bauprojekt. Wir klären auf, was es mit dieser Summe wirklich auf sich hat und wie viel Geld tatsächlich für den Sportplatz eingeplant ist.
Was bedeuten die 21 Millionen Euro?
Die Summe von 21 Millionen Euro, die von Stadträtin Dana Zimmer (FBM) angeführt wurde, bezieht sich nicht auf den Kunstrasenplatz. Vielmehr beschrieb Frau Zimmer damit den aktuellen Investitionsstau der Stadt Hettstedt.
Nach ihrer Darstellung fehlen diese 21 Millionen Euro an allen Ecken der städtischen Infrastruktur: bei der Sanierung öffentlicher Gebäude sowie bei der Instandsetzung von Straßen und Gehwegen. Frau Zimmer nutzte diese Zahl als Argument gegen das Kunstrasen-Projekt, da sie die Prioritäten der Stadt angesichts dieses riesigen Sanierungsbedarfs an anderer Stelle sieht.
Der Kunstrasenplatz: Nur ein Bruchteil der Summe
Im Gegensatz zu dem genannten Millionen-Stau bei der allgemeinen Infrastruktur nehmen sich die tatsächlichen Planungszahlen für den Kunstrasenplatz deutlich kleiner aus. Laut dem offiziellen Beschluss des Stadtrates stellt sich die Finanzierung wie folgt dar:
- Tatsächlicher Betrag: Die Stadt Hettstedt hält für das Jahr 2026 einen Teilbetrag von bis zu 457.000 Euro für das Projekt bereit.
- Die Herkunft der Mittel: Dieses Geld wird nicht aus dem laufenden Haushalt für Straßenausbesserungen genommen, sondern stammt aus dem Infrastruktur-Sondervermögensgesetz (Infra-SVG).
- Verhältnis zum Gesamttopf: Der Stadt Hettstedt fließen aus diesem Sondervermögen insgesamt 5.909.225 Euro zu. Der bereitgestellte Betrag für den Kunstrasen macht also weniger als 8 % dieser speziellen Zuweisung aus.
Fazit zur Aufklärung
Die 21 Millionen Euro sind eine Kennzahl für den allgemeinen Sanierungsbedarf unserer Stadt und haben nichts mit den Baukosten des Sportplatzes zu tun. Für den Kunstrasenplatz wird lediglich ein Bruchteil aus einem zweckgebundenen Fördertopf des Landes vorgehalten. Zudem ist die Zahlung der städtischen Mittel an die Bedingung geknüpft, dass der FC Hettstedt erfolgreich weitere Fördermittel der Investitionsbank Sachsen-Anhalt einwirbt.

