Der Winter hat Hettstedt fest im Griff und wie jedes Jahr spaltet der Schnee nicht nur die Gehwege, sondern auch die Gemüter. Wer dieser Tage einen Blick in die sozialen Netzwerke oder die Kommentarspalten wirft, erlebt ein Wechselbad der Gefühle.
Ein fettes Danke an die Frühaufsteher
Zuerst einmal ein Wort an diejenigen, die oft vergessen werden: Während die meisten von uns noch einmal die Schlummertaste drücken, sind die Mitarbeiter des Winterdienstes bereits seit Stunden auf den Beinen. Es ist eine Sisyphusarbeit. Kaum ist die Straße schwarz, schiebt Frau Holle die nächste Schicht nach. Dass hier viele Bürger ihre Dankbarkeit zeigen, ist ein schönes Zeichen für den Zusammenhalt in unserer Stadt. Qualität braucht Zeit und ein Schneepflug kann eben nicht überall gleichzeitig sein.
Das VGS-Dilemma: Wie man es macht, macht man es falsch
Besonders im Fokus steht aktuell der ÖPNV. Die Busse der VGS rollen wieder, der Fahrplan stabilisiert sich. Doch kaum kehrt Normalität ein, werfen die Wetterprognosen für Montag ihre Schatten voraus: Eisregen ist angekündigt.
Und hier zeigt sich das typische Hettstedter Phänomen:
- Stellt die VGS den Betrieb aus Sicherheitsgründen präventiv ein, hagelt es Kritik wegen „Unzuverlässigkeit“.
- Lassen sie die Busse rollen und es kommt zu Verspätungen oder Unfällen im Glatteis, wird über „Verantwortungslosigkeit“ diskutiert.
Es scheint fast so, als sei das Meckern mittlerweile fester Bestandteil der Winterausrüstung geworden.
Ein bisschen mehr Gelassenheit, bitte!
Wir sollten uns klarmachen: Sicherheit geht vor Pünktlichkeit. Wenn der Eisregen kommt, stoßen Technik und Mensch an ihre Grenzen. Anstatt jede Entscheidung sofort in der Luft zu zerreißen, täte uns allen ein wenig mehr Geduld und Realismus gut. Die Fahrer der VGS wollen auch nur sicher ans Ziel kommen, genau wie wir.
Genießen wir lieber den Anblick der verschneiten Wipper, statt uns über Dinge aufzuregen, die wir (und der Winterdienst) ohnehin nicht ändern können: das Wetter.
Eure Redaktion von Hettstedt Live



