Rückschlag an der Novalis-Grundschule: Erneute Attacke auf Noah – Versagt die Behörde beim Täterschutz?

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HETTSTEDT – Die Hoffnung auf Ruhe an der Novalis-Grundschule hielt nur kurz. Am vergangenen Montag kam es zu einem erneuten Zwischenfall, bei dem der neunjährige Noah trotz Begleitung attackiert wurde. Während die Schulleitung vor Ort sensibilisiert reagiert, stellt sich eine brennende Frage an das Landesschulamt: Gibt es überhaupt ein Konzept für den Umgang mit den Tätern?

Ein Bericht der Hettstedt Live Redaktion

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Eigentlich sollte der Montag (16.02.2026) ein Schritt zurück in die Normalität für Noah werden. In seiner neuen Parallelklasse hat er sich gut eingelebt, und die Begleitung durch einen persönlichen Betreuer des Jugendamtes Mansfeld-Südharz (MSH) gibt ihm die Sicherheit, die er nach den traumatischen Erlebnissen der letzten Monate dringend braucht. Doch auf dem Weg zum Schwimmunterricht, auf dem Pausenhof, sowie im Schulgebäude wurde diese Sicherheit jäh erschüttert.

Eskalation vor den Augen des Betreuers

Nach Informationen unserer Redaktion wurde Noah gezielt von einem Teil der bekannten Tätergruppe angegangen. Mehrfach versuchten die Angreifer, dem Jungen ein Bein zu stellen. Besonders erschreckend: Eine erste verbale Intervention des Betreuers ließen die Täter völlig unbeachtet. Erst als der Begleiter energisch durchgriff, ließen sie von Noah ab.

Dieser Vorfall macht deutlich, dass die bloße Anwesenheit einer erwachsenen Aufsichtsperson für diese Gruppe offenbar keine abschreckende Wirkung mehr hat. Ein Alarmzeichen für das soziale Gefüge an der Schule, das über das übliche Maß an „Schulhof-Konflikten“ weit hinausgeht.

Schulleitung reagiert – Schulaufsicht in der Erklärungsnot

Positiv hervorzuheben ist das Verhalten der Schulleitung vor Ort. Die Eltern wurden umgehend informiert, die Schule zeigt sich nach den Vorfällen der Vergangenheit hochgradig sensibilisiert und bemüht. Doch während die Lehrer vor Ort versuchen, den Alltag abzusichern, scheint die Strategie der übergeordneten Behörde, des Landesschulamtes Sachsen-Anhalt, an ihre Grenzen zu stoßen.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass die bisherigen behördlichen Maßnahmen, oft als „pädagogische Einwirkung“ umschrieben, bei einer Gruppe, die selbst vor offiziellen Begleitern nicht zurückschreckt, wirkungslos verpuffen.

Presseanfrage: Wir fordern Fakten statt Floskeln

Hettstedt Live hat daher eine pointierte Presseanfrage an das Landesschulamt gestellt. Wir wollen klare Antworten auf die Fragen, die sich alle Eltern in Hettstedt derzeit stellen:

  • Gibt es überhaupt ein konkretes Konzept, wie mit dieser Tätergruppe umgegangen wird?
  • Was wurde diesbezüglich bisher ganz konkret unternommen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und weitere Übergriffe, auch auf andere Kinder, zu verhindern?

Brisante Hintergründe zur Tätergruppe

Am Rande der Recherchen zu diesem erneuten Vorfall erreichten unsere Redaktion unbestätigte, aber ernstzunehmende Informationen: Demnach soll ein Kind aus der besagten Tätergruppe bereits aus einer Kinder- & Jugendeinrichtung verwiesen worden sein.

Sollte sich dies bestätigen, müsste man sich fragen, ob eine reguläre Grundschule ohne massive zusätzliche Sicherheitskonzepte überhaupt noch der richtige Ort für diese Kinder ist, oder ob hier das Kindeswohl und die körperliche Unversehrtheit aller anderen Schüler durch die Schulverwaltung leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Fazit der Redaktion: Es ist unerträglich, dass ein neunjähriges Kind trotz Schulbegleiter auf dem Weg zum Unterricht attackiert wird. Die Schulleitung in Hettstedt scheint ihre Hausaufgaben gemacht zu haben – jetzt ist das Landesschulamt an der Reihe. Wegschauen und das Relativieren von Gewalt als „Konflikt zwischen Schülern“ darf keine Option mehr sein.

Sobald uns die Antwort des Landesschulamtes vorliegt, werden wir Sie hier umgehend informieren.

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