On-Demand-Erfolg im Mansfelder Land: Über 10.000 Fahrgäste nutzen „MSH_mobil“
Hettstedt / Region. Das Pilotprojekt für den flexiblen On-Demand-Verkehr im Landkreis Mansfeld-Südharz hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Innerhalb von nur sieben Monaten nach dem Start hat der Service „MSH_mobil“ die Marke von 10.000 Fahrgästen überschritten. Besonders im Mansfelder Land rund um Hettstedt und die Stadt Mansfeld hat sich das Angebot als effiziente Alternative zum klassischen Linienbus etabliert.
Flexibilität statt starrer Fahrpläne
Im Gegensatz zum regulären Linienverkehr, der oft an feste Taktzeiten gebunden ist, verkehren die Bestellbusse der Verkehrsgesellschaft Mansfeld-Südharz (VGS) nur nach tatsächlichem Bedarf. Landrat André Schröder zieht eine positive Zwischenbilanz: Die Annahme des Angebots sei so hoch, dass im ersten Jahr der Einführung mit einer Verdopplung der Fahrgastzahlen im Vergleich zum vorherigen Linienangebot gerechnet wird.
Für das Mansfelder Land bedeutet dies eine deutlich verbesserte Anbindung der Ortsteile an die Zentren wie Hettstedt. Da die Fahrzeuge nur ausrücken, wenn eine Buchung vorliegt, erzielt der On-Demand-Verkehr laut VGS-Geschäftsführerin Gabriele Schuchardt zudem einen besseren Kostendeckungsgrad als leer fahrende Standardbusse.
Buchung und Technik im Fokus
Die Abwicklung des Dienstes erfolgt digital über die Plattform „mo.pla“ (als App für Android und iOS verfügbar). Nutzer im Mansfelder Land können ihre Fahrtwünsche flexibel angeben:
- Buchung: Start- und Zielpunkt werden in der App eingegeben. Ein Algorithmus bündelt ähnliche Fahrtanfragen verschiedener Kunden zu einer gemeinsamen Route (Ride-Pooling).
- Vorlauf: Fahrten können bis zu einer Stunde vor dem gewünschten Termin gebucht werden.
- Tarifintegration: Der Service ist vollständig in das bestehende Tarifsystem integriert. Neben regulären VGS-Fahrscheinen wird auch das Deutschlandticket ohne Aufpreis anerkannt.
- Servicezeiten: Die Busse stehen im Mansfelder Land wochentags von 05:00 bis 21:00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 09:00 bis 18:00 Uhr zur Verfügung.
Zukunftsentscheidung über neuen Namen
Nach der erfolgreichen Pilotphase wird der Dienst demnächst einen dauerhaften Namen erhalten. An der entsprechenden öffentlichen Abstimmung beteiligten sich in den vergangenen Wochen mehr als 1.000 Bürgerinnen und Bürger. Das Ergebnis der Auswertung und der künftige Name des flexiblen Bussystems für das Mansfelder Land sollen in den kommenden Tagen offiziell bekannt gegeben werden.
Das Projekt gilt als zentraler Baustein für die Mobilitätswende im ländlichen Raum und soll auch nach dem Auslaufen der Bundesförderung durch eine gesteigerte Wirtschaftlichkeit dauerhaft gesichert werden.

