Grünes Licht für Giganten der Energiewende: Landkreis genehmigt Großbatteriespeicher „van Gogh“ in Klostermansfeld

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Klostermansfeld | Landkreis Mansfeld-Südharz – Ein Meilenstein für die regionale Energieinfrastruktur im Landkreis: Für das geplante Großprojekt zum Bau einer riesigen Batteriespeicheranlage (BESS) in Klostermansfeld, intern unter dem Namen „van Gogh“ geführt, hat der Landkreis Mansfeld-Südharz nun offiziell die Baugenehmigung erteilt. Dies gab Landrat André Schröder am 26. August 2026 bekannt. Das Vorhaben des Investors Zelos Energy Developments GmbH geht damit offiziell in die Umsetzungsphase.

Imposante Dimensionen: 348 Batteriecontainer und 87 Trafoanlagen

Mit dem Projekt entsteht in direkter Nachbarschaft eine der leistungsstärksten Speicheranlagen der Region. Dem genehmigten Bauantrag zufolge umfasst das Vorhaben die Errichtung von insgesamt 348 Batteriecontainern und 87 Trafoanlagen auf einer rund 14,8 Hektar großen Fläche.

Die Leistungsdaten des „van Gogh“-Projekts sind beachtlich: Die Anlage soll eine Kapazität von 1.000 MW bzw. 5.700 MWh bereitstellen. Zum Vergleich: Das entspricht rechnerisch der Stromversorgung von rund drei Millionen Haushalten für etwa vier Stunden am Tag. Damit leistet der Speicher einen erheblichen Beitrag dazu, die schwankende Erzeugung aus erneuerbaren Energien mit dem tatsächlichen Strombedarf in Einklang zu bringen.

Warum Klostermansfeld? Perfekte Anbindung am Netzknotenpunkt

Ausschlaggebend für die Standortwahl war die unmittelbare Nähe zum Umspannwerk Klostermansfeld. Dieses liegt weniger als 200 Meter von der Projektfläche entfernt und fungiert als zentraler Netzknotenpunkt des deutschen Stromsystems. Die geographische Lage bietet ideale Voraussetzungen, um überschüssige Wind- und Solarenergie effizient aufzunehmen und in Lastspitzenzeiten wieder in das Netz einzuspeisen.

„Der Landkreis befürwortet dieses Vorhaben aus energie- und klimapolitischer Sicht“, betonte Landrat André Schröder. „In einer Zeit, in der der Ausbau erneuerbarer Energien und die Versorgungssicherheit zentrale Ziele sind, kann ein solches Projekt einen entscheidenden Beitrag leisten, sowohl für die Netzstabilität als auch für die Energiewende insgesamt. Gleichzeitig müssen aber auch Aspekte einer beschleunigten Netzplanung Teil des Gesamtansatzes sein, um einen Nutzen für Gesellschaft und Umwelt zu erzielen.“

Natur- und Nachbarschaftsschutz im Fokus

Neben den rein netztechnischen Aspekten wurde im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens (BImSchG) großer Wert auf die landschaftliche und ökologische Einbindung gelegt:

  • Sichtschutz & Begrünung: Da die Batterieeinheiten eine Höhe von rund 2,5 Metern aufweisen, wird die Anlage durch bestehende Baumbestände im Norden und Osten sowie durch ergänzende Neuanpflanzungen (darunter Hecken an der Westgrenze und Gehölze entlang der Mansfelder Bergwerksbahn) optisch abgeschirmt.
  • Ausgleichsmaßnahmen: Eingriffe in Flora und Fauna werden durch eng mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmte Kompensationsflächen ausgeglichen, wodurch gleichzeitig die lokale Biodiversität gefördert wird.
  • Verkehrskonzept: Um die Anwohnerschaft zu entlasten, erfolgt die Baustellenzufahrt primär von Osten über die Bundesstraße B180 sowie den Bahnübergang westlich des Zirkelschachts. Nach Abschluss der Bauphase wird der laufende Betrieb durch vollautomatische Fernüberwachung gesteuert, wodurch der Verkehr vor Ort auf ein Minimum (ca. ein bis zwei Kleintransporterfahrten pro Woche) sinkt.

Zeitplan und regionale Wertschöpfung

Die Bauarbeiten auf dem Gelände haben bereits im Sommer 2026 (Baubeginn 1. Juli 2026) begonnen. Die Fertigstellung der Hauptbauarbeiten ist für den Herbst 2027 anvisiert, ehe die schrittweise Inbetriebnahme für den Sommer 2028 geplant ist.

Für die Gemeinde Klostermansfeld und die umliegende Region bringt das Projekt spürbare Vorteile: Neben Auftrags- und Beschäftigungsmöglichkeiten für lokale Handwerks-, Bau- und Dienstleistungsbetriebe während der Errichtungsphase fließen über die gesamte Projektlaufzeit hinweg kontinuierlich Gewerbesteuereinnahmen an die Kommune, die wichtige öffentliche Infrastrukturprojekte unterstützen.

Mit dem Projekt „van Gogh“ positioniert sich der Landkreis Mansfeld-Südharz damit weiter als aktiver Zukunftsstandort für die Transformation hin zu einer sicheren, nachhaltigen und rein regenerativen Energieversorgung.

Titelbild: Screenshot Homepage vangogh.zelosdev.de