Emotionale Wasserpreis-Debatte, Brandschaden in Walbeck und Updates aus dem Rathaus: Das war der Hettstedter Stadtrat

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HETTSTEDT – Die jüngste Sitzung des Hettstedter Stadtrates bot reichlich Zündstoff: Allen voran die gestiegenen Trinkwasserpreise sorgten in der Einwohnerfragestunde für emotionale Diskussionen. Zudem standen die schwierige Situation der Sportstätte in Walbeck nach den Bränden der letzten Wochen sowie wichtige Nachrichten zu Bürgerbüro und Straßenbau im Fokus.

Trinkwasserpreise: Scharfe Kritik der Bürger und die Erklärungen der Stadtwerke

Die Einwohnerfragestunde stand ganz im Zeichen des Trinkwassers und war von hoher Dynamik geprägt. Eine Bürgerin verlieh ihrem Unmut deutlich Ausdruck: Sie übte scharfe Kritik an der Preiserhöhung, sprach von „Willkür“ gegenüber einer sozial schwächeren Region und warf den Verantwortlichen Versäumnisse vor. Provokant forderte sie sogar, die Stadtwerke hätten bei aufgelaufenen Verlusten eher Insolvenz anmelden müssen, anstatt die Kosten auf die Bürger umzulegen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Mario Arnold und Stadtratsvorsitzender Herr Steckel wiesen diese Vorwürfe sowie die Insolvenz-Forderung umgehend und entschieden zurück. Die Anpassung sei weder willkürlich noch vermeidbar gewesen, sondern rechtlich zwingend geboten, um ein überhandnehmendes Defizit abzuwenden und die Versorgungssicherheit der Stadt dauerhaft zu garantieren.

Die Hintergründe der Preiskalkulation im Detail

Herr Arnold erläuterte im Anschluss ausführlich die kaufmännischen und rechtlichen Zwänge hinter dem Preisanstieg zum 1. August 2026, bei dem der Arbeitspreis auf 2,47 Euro pro Kubikmeter und der Grundpreis für Standard-Haushalte auf 21,80 Euro monatlich angepasst werden musste. Vorausgegangen war eine außergewöhnlich lange Phase von 14 Jahren Preisstabilität.

Dass die extern kalkulierten Tarife nun angepasst werden mussten, liegt an mehreren zusammenwirkenden Faktoren:

  • Massive Kostensteigerungen: Allgemeine Inflationsschübe, stark gestiegene Energiekosten sowie hohe Aufwendungen für die laufende Instandhaltung und Modernisierung des weitverzweigten Leitungsnetzes belasten die Kalkulation.
  • Umlagen für regionale Großprojekte: Preiserhöhungen auf Zuliefererebene schlagen direkt nach Hettstedt durch. Dazu zählen Umlagen für Großinvestitionen in der Region, wie umfangreiche Maßnahmen im Wasserwerk Wienrode.
  • Demografischer Wandel: Durch die sinkende Einwohnerzahl verteilt sich die hohe Fixkostenlast des Leitungsnetzes auf immer weniger Schultern, was die Pro-Kopf-Kosten zwangsläufig nach oben treibt.

Sorgenkind Walbeck: Vereinsheim-Brände und Abstimmung zur Sportplatznutzung

Unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen & Anregungen lag ein Schwerpunkt auf den Sportstätten im Ortsteil Walbeck:

  • Nutzung des Sportplatzes: Der Sportplatz in Walbeck soll künftig auch als Trainingsstätte für den Spielmannszug bzw. Fanfarenzug genutzt werden. Da das Areal jedoch hauptsächlich von den örtlichen Fußballern genutzt wird, steht hier noch eine Abstimmung aus. Wie Bürgermeister Frank Tallig mitteilte, gestaltet sich die Terminfindung für ein gemeinsames Gespräch mit dem Fußballverein aktuell allerdings schwierig.
  • Vereinsheim nach Bränden kaum nutzbar: Erschwert wird die Situation vor Ort durch den Zustand des Vereinsgebäudes. Infolge der Brände der vergangenen Wochen ist das Objekt derzeit kaum bis gar nicht nutzbar. Aktuell laufen die Abstimmungen mit der Versicherung, um die offenen Fragen zu klären und eine möglichst zügige Instandsetzung auf den Weg zu bringen.

Bürgerbüro & Hohe Straße: Klarheit aus dem Rathaus

In seinem Bericht ging der Bürgermeister auf zwei drängende Alltagsthemen ein:

  • Bürgerbüro: Frank Tallig bat um Entschuldigung für die Verwirrung der letzten Wochen und stellte klar: Es gibt keine Serviceeinbußen. Spontane Besuche ohne Termin bleiben weiterhin möglich (gegebenenfalls muss mit Wartezeiten gerechnet werden). Eine wertvolle Unterstützung bietet zudem auch der ASB an, die Antragsdokumente des Landkreises bereithält und Bürgerinnen und Bürgern direkt beim Ausfüllen hilft.
  • Hohe Straße: Gute Nachrichten für den Verkehr: Die Hohe Straße wird ab Donnerstag wieder freigegeben. Eine unvorhergesehene Absenkung hatte hier zuletzt für Verzögerungen im Bauablauf gesorgt.

Bahnhofsvorplatz: Planungen geraten ins Stocken

Weniger Zügiges gab es zum Bahnhofsvorplatz zu berichten: Die Umgestaltungsplanungen stocken aktuell leicht, da das dafür notwendige Abstimmungsgespräch mit der Deutschen Bahn weiterhin aussteht.