Verdächtige Haustürgeschäfte in Hettstedt: Masche mit angeblichen Bauarbeiten gemeldet
Hettstedt | Mansfeld-Südharz. In Hettstedt und der näheren Umgebung häufen sich derzeit Meldungen über verdächtige Beobachtungen auf privaten Grundstücken. Anwohner berichten von Vorfällen, bei denen Unbekannte ohne Erlaubnis Grundstücke betreten und sich auffällig verhalten.
Unaufgefordert auf dem Grundstück: Fenster-Spionage als Bauangebot getarnt
Ein aktueller Fall aus der Region zeigt, wie dreist die Personen dabei vorgehen: Eine Anwohnerin bemerkte, wie Fremde uneingeladen ihr Grundstück betraten, eigenmächtig um das Wohnhaus herumliefen und gezielt durch die Fenster ins Innere blickten.
Als die Bewohnerin die Personen auf frischer Tat auf ihrem Grundstück stellte, wichen diese keineswegs zurück. Stattdessen behaupteten sie unvermittelt, sie möchten ein Angebot für das Gießen einer Betonplatte machen; ein Auftrag, der von den Eigentümern weder angefragt noch jemals in Erwägung gezogen wurde.
Polizeirevier Mansfeld-Südharz: Keine aktuellen Anzeigen seit Juli – aber Warnung zur Vorsicht
Unsere Redaktion hat zu den aktuellen Vorfällen eine offizielle Presseanfrage an das Polizeirevier Mansfeld-Südharz in Eisleben gerichtet. Polizeisprecherin Steffi Schwan teilte auf Anfrage mit, dass eine Recherche seit dem 1. Juli 2026 für das Stadtgebiet Hettstedt aktuell keine offiziellen Strafanzeigen oder Hinweise zu diesem Phänomen ergeben hat.
Allerdings betont die Polizei, dass es in der Vergangenheit im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mansfeld-Südharz bereits vereinzelt zu entsprechenden Strafanzeigen kam.
Verhaltenstipps der Polizei und wichtiger Hinweis zu Fotos
Das Polizeirevier Mansfeld-Südharz rät Bürgerinnen und Bürgern bei sogenannten Haustürgeschäften zu erhöhter Wachsamkeit:
- Hausrecht konsequent durchsetzen: Ungebetene Gäste sollten umgehend aufgefordert werden, das Grundstück zu verlassen. Kommen die Personen dieser Aufforderung nicht nach, sollte sofort die Polizei gerufen werden, um das Hausrecht durchzusetzen.
- Vorsicht bei unaufgeforderten Angeboten: Besondere Skepsis ist geboten, wenn Handwerkerleistungen gar nicht bestellt wurden, keine ordnungsgemäße Rechnungslegung angeboten wird oder Barzahlung gefordert wird. Auch hohe Geldvorauszahlungen sind unüblich und ein deutlicher Hinweis auf mögliche Betrugsdelikte.
- Erst beraten, dann beauftragen: Sprechen Sie sich vor einer eventuellen Auftragserteilung immer erst mit Familienangehörigen oder vertrauten Personen ab. Ergänzende Informationen bietet hierzu auch die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.
- Hinweise melden, aber Verbot bei Social Media beachten: Verdächtige Wahrnehmungen können jederzeit telefonisch oder über das E-Revier auf der Website der Polizei Sachsen-Anhalt gemeldet werden.
Wichtiger rechtlicher Hinweis der Polizei: Wer Fotos von verdächtigen Beobachtungen oder Personen macht, darf diese ausschließlich der Polizei für Ermittlungszwecke zur Verfügung stellen. Ein Veröffentlichen oder Teilen dieser Aufnahmen in sozialen Netzwerken ist rechtlich nicht erlaubt.
