Chancengeber und Vorreiter: Landkreis Mansfeld-Südharz startet Pilotprojekt zur Bürgerarbeit
Mansfeld-Südharz | Hettstedt – Wie gelingt der Wiedereinstieg von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt und wie stärkt man das Miteinander in den Kommunen? Der Landkreis Mansfeld-Südharz geht hier mit gutem Beispiel voran und übernimmt eine zentrale Rolle in der neuen Initiative „Bürgerarbeit Sachsen-Anhalt“.
Ministerpräsident Sven Schulze informierte sich persönlich vor Ort über die ersten Erfolge des Pilotprojekts. Gemeinsam mit Landrat André Schröder sowie Vertretern der Agentur für Arbeit und des Jobcenters besuchte er das Projekt „WiederWert“ der GfM GmbH in Sangerhausen.
Sinnstiftung und Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt
Beim Projekt „WiederWert“ greifen gesellschaftlicher Nutzen und individuelle Förderung direkt ineinander: Teilnehmer bereiten dort gebrauchte Alltagsgegenstände auf, die anschließend gemeinnützigen Einrichtungen zugutekommen. Über solche Arbeitsgelegenheiten erhalten Menschen, die lange ohne Beschäftigung waren, wieder eine Tagesstruktur, übernehmen Verantwortung und werden Schritt für Schritt an den regulären Arbeitsmarkt herangeführt.
„Leistung muss sich lohnen. Hilfe muss ankommen“, betonte Ministerpräsident Sven Schulze bei seinem Besuch. „Mir war von Anfang an wichtig, dass wir nicht nur über das Bürgergeld diskutieren, sondern handeln. Genau das machen wir jetzt. Wer Unterstützung braucht, bekommt sie, aber wer arbeiten kann, soll auch mit anpacken.“ Schulze lobte den Landkreis Mansfeld-Südharz ausdrücklich dafür, als erste Pilotregion Verantwortung zu übernehmen.
Was bedeutet das für unsere Region?
Unser Landkreis dient im Bereich der Arbeitsgelegenheiten nach dem SGB II als Test- und Modellregion für ganz Sachsen-Anhalt. Die gewonnenen Erfahrungen fließen direkt in die Weiterentwicklung des Landesprogramms ein.
Das Prinzip der Bürgerarbeit beruht darauf, dass keine regulären Arbeitsplätze verdrängt werden dürfen. Die Tätigkeiten sind gemeinnützig und zusätzlich angelegt. Mögliche Einsatzfelder, auch für künftige Initiativen im Raum Hettstedt und Umgebung, liegen etwa in folgenden Bereichen:
- Kommunale Infrastruktur
- Umwelt- & Naturschutz
- Kultur, Heimatpflege und Tourisus
- Soziale Dienstleistungen, Integration, Sport und Ehrenamt
Zielgruppe der Initiative sind neben langzeitarbeitslosen Menschen auch arbeitsfähige Asylbewerber ohne reguläre Beschäftigung.
Auswertung im Herbst
Die Initiative setzt auf die enge Kooperation zwischen Land, Kommunen, Jobcentern, Arbeitsverwaltung und der Wirtschaft. Im November 2026 soll eine erste Bilanz gezogen werden, um die Ergebnisse gemeinsam auszuwerten.
Für Mansfeld-Südharz und Städte wie Hettstedt zeigt das Projekt: Miteinander anpacken bringt nicht nur Struktur in den Alltag Einzelner, sondern kommt am Ende der gesamten Gemeinschaft zugute.
Bildquelle: Staatskanzlei Sachsen-Anhalt
