Kriminalitätsstatistik 2025: Deutlicher Rückgang der Straftaten im Landkreis Mansfeld-Südharz
Eisleben/Hettstedt – Das Polizeirevier Mansfeld-Südharz hat die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgelegt. Die Bilanz zeigt einen erfreulichen Trend: Die Gesamtzahl der Straftaten ist spürbar gesunken, während die Polizei bei der Aufklärung der Fälle deutlich zulegen konnte.
Die Zahlen im Überblick: Weniger Taten, höhere Aufklärung
Insgesamt bearbeitete die Polizei im vergangenen Jahr 7.295 Straftaten. Das sind 819 Fälle weniger als noch im Jahr 2024, was einem Rückgang von über 10 % entspricht. Besonders positiv hervorzuheben ist die gesteigerte Effektivität der Ermittler: Die Aufklärungsquote kletterte von 54,2 % auf beachtliche 59,2 %.
Von den insgesamt 3.094 ermittelten Tatverdächtigen waren 657 Personen unter 21 Jahre alt. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger sank leicht auf 11,3 %.
Licht und Schatten bei Eigentumsdelikten
Diebstähle machen mit rund 30 % weiterhin den größten Teil der Kriminalität aus. Während die Zahlen bei schweren Diebstählen (z. B. aus Kellern oder Autos) insgesamt rückläufig sind, gibt es eine besorgniserregende Entwicklung beim Wohnungseinbruchsdiebstahl. Hier stiegen die Fallzahlen gegen den Trend um 21 Fälle auf insgesamt 88 registrierte Taten an.
Ein wichtiger Hinweis für Bürger: In fast der Hälfte der Fälle (45,4 %) blieb es beim Versuch, weil die Täter an Sicherungstechnik scheiterten. Die Polizei rät daher dringend zur mechanischen Absicherung und bietet in der Beratungsstelle in Hettstedt (Schützenplatz 1) kostenlose Schwachstellenanalysen an.
Brennpunkt Häusliche Gewalt
Obwohl die Zahl der registrierten Fälle von häuslicher Gewalt im Vergleich zum Vorjahr von 430 auf 368 Fälle sank, bleibt das Thema hochrelevant. Im Fünfjahresvergleich ist sogar eine Zunahme um 13 % zu verzeichnen. Die Polizei betont, dass die Dunkelziffer hier oft hoch ist, und setzt verstärkt auf Opferschutz und Netzwerkarbeit.
Betrug und Internetkriminalität
Ein massiver statistischer Rückgang zeigt sich bei den Vermögensdelikten (-27,2 %). Dies liegt jedoch primär an einer Änderung der Erfassungsweise: Straftaten wie der „Enkeltrick“ oder Internetbetrug, bei denen der Täterstandort unbekannt ist, werden nun als Auslandsstraftaten gezählt.
Dennoch bleibt die Gefahr real: Allein durch Schockanrufe und Enkeltricks entstand 2025 ein Vermögensschaden von 70.000 Euro im Landkreis, dies ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Weitere Entwicklungen
- Rauschgift: Die Fallzahlen halbierten sich fast (-49,3 %), was die Polizei unter anderem auf die Teillegalisierung von Cannabis zurückführt.
- Straßenkriminalität: Die Delikte im öffentlichen Raum sanken um 10 % auf 888 Fälle.
- Vandalismus: Ein Wermutstropfen bleibt die Zunahme von Sachbeschädigungen, insbesondere durch Graffiti (160 Fälle).
Kontakt zur polizeilichen Beratungsstelle (Hettstedt):
E-Mail: beratungsstelle.prev-msh@polizei.sachsen-anhalt.de
Telefon: 03476/856-321

