Nach Vorfall am Stadtrat: Stefan Gebhardt reagiert auf Vorwürfe der Einflussnahme
HETTSTEDT – Nach einem brisanten Gespräch am Rande der Stadtratssitzung vom 10. Februar hat sich der Stadtrat und Landtagsabgeordnete Stefan Gebhardt (Die Linke) nun schriftlich gegenüber Hettstedt Live geäußert. Während unsere Redaktion Protokoll über Versuche der Berichterstattungs-Steuerung und schwere Vorwürfe gegen eine Mutter führt, dementiert Gebhardt die Intention seiner Aussagen und spricht von einem „Zitat“.
Von der Redaktion Hettstedt Live
Die Emotionen rund um den „Fall Noah“ und die Situation an der Novalis-Grundschule bewegen weiterhin die Gemüter in Hettstedt. Dass dabei auch das Verhältnis zwischen Politik und Presse auf dem Prüfstand steht, verdeutlicht ein Vorfall vor der jüngsten Stadtratssitzung.
Der Auslöser
Die Situation entwickelte sich, nachdem Stefan Gebhardt offenbar das Gespräch mit einer Stadtratskollegin über deren Social-Media-Aktivitäten zum Fall Noah gesucht hatte. Da die Stadträtin mit Gebhardts Einschätzung wohl nicht übereinstimmte, verwies sie ihn direkt an unseren vor Ort anwesenden Redakteur.
Das Protokoll: „Sachte machen“ und Vorwürfe gegen die Mutter
In dem darauf folgenden Austausch fielen laut einem detaillierten Gedächtnisprotokoll unserer Redaktion Sätze, die wir als deutlichen Versuch der Einflussnahme werten mussten.
Gebhardt legte unserem Mitarbeiter demnach nahe, sich die Unterlagen zum Fall, explizit auch die des Jugendamtes, „besser anzuschauen“. Zudem verwies er auf angebliche Probleme bei der Einschulung des Jungen an der evangelischen Grundschule. Seine Rechercheergebnisse gipfelten laut Protokoll in der pauschalen Abwertung der betroffenen Mutter als „notorische Lügnerin“. Verbunden war dies mit der Empfehlung, in der Berichterstattung künftig „sachte zu machen“.
Die Antwort von Stefan Gebhardt: Ein Dementi mit Fragezeichen
Auf unsere schriftliche Presseanfrage reagierte Gebhardt nun mit knappen Antworten. Er bestreitet, eine Empfehlung zur Einschränkung der Pressefreiheit gegeben zu haben. Einen Versuch der Einflussnahme habe es (Zitat) „nicht gegeben“.
Besonders bemerkenswert ist seine Reaktion auf die verbale Attacke gegen die Mutter. Gebhardt bestreitet nicht, dass die Worte gefallen sind, schiebt die Urheberschaft jedoch von sich:
„Diese Aussage ist nicht meine Formulierung, sondern ein Zitat. Da hätte ihr Redakteur besser zuhören sollen.“ (Stefan Gebhardt, 15.02.2026)
Fazit der Redaktion
Mit der Wiedergabe dieser Stellungnahme sind aus Sicht von Hettstedt Live beide Seiten zu Wort gekommen. Wir haben den Vorfall nach journalistischen Standards dokumentiert und dem Abgeordneten den Raum zur Erklärung gegeben.
Wer hier wen zitiert hat und wie die Aussagen einzuordnen sind, bleibt der Bewertung unserer Leserinnen und Leser überlassen. Für unsere Redaktion ist dieser spezifische Zwischenfall damit dokumentarisch abgeschlossen. Unabhängig davon wird Hettstedt Live die weiteren Entwicklungen im „Fall Noah“ weiterhin aufmerksam, objektiv und kritisch begleiten.

