Internationaler Austausch in der Justiz: Polnische Delegation besucht Landgericht Halle
Halle | Hettstedt – Um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Justiz weiter zu stärken, empfing das Landgericht Halle kürzlich hochrangigen Besuch aus Polen. Vom 06. bis 08. Mai 2025 gastierte eine Delegation des Landgerichts Poznań in der Saalestadt.
Der Besuch markiert einen weiteren Meilenstein in der Partnerschaft der beiden Gerichte, die seit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages im Dezember 2024 besteht. Ziel dieser Verbindung ist es, eine informelle Ebene für den fachlichen Austausch über berufliche Erfahrungen sowie aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen zu schaffen.
Blick hinter die Kulissen und fachlicher Dialog
Während des dreitägigen Programms erhielten die polnischen Gäste, unter ihnen Gerichtspräsident Piotr Marciniak und Vizepräsidentin Magdalena Ławrynowicz, umfassende Einblicke in die hiesige Justizstruktur. Neben dem historischen Landgerichtsgebäude wurde auch das moderne Justizzentrum besichtigt.

Im Fokus standen vor allem die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Gerichtsalltag. Die polnischen Richter berichteten dabei von interessanten Ansätzen aus ihrer Heimat:
- Digitale Dokumentation: In Polen werden Zivilverhandlungen regelmäßig per Video und Audio aufgezeichnet, was die Urteilsfindung und Berufungsinstanzen erleichtert.
- Unterstützung durch Richterassistenten: Zur Bewältigung hoher Arbeitslasten greifen polnische Juristen auf speziell ausgebildete Assistenten zurück.
- Unabhängigkeit der Justiz: Auch die Auswirkungen politischer Entwicklungen auf den effektiven Rechtsschutz durch unabhängige Richter waren Gegenstand intensiver Diskussionen.
Zukunftspläne: Vertiefung der Partnerschaft
Sowohl Jörg Engelhard, Präsident des Landgerichts Halle, als auch sein polnischer Amtskollege Piotr Marciniak zogen eine positive Bilanz des Gegenbesuchs, nachdem bereits im Mai 2025 eine hallesche Delegation in Poznań zu Gast war.
Für die Zukunft ist geplant, den Austausch noch weiter zu intensivieren. Bereits für das nächste Jahr wird eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung angestrebt, um rechtspolitische Themen auf fachlicher Ebene mit einer größeren Anzahl an Richterinnen und Richtern beider Länder zu vertiefen.
Fotos: Landgericht Halle

