Der Blick von oben: Hettstedt Live zeigt jetzt, wie sich unsere Heimat verändert
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Hettstedt – Manchmal fährt man durch Walbeck oder Ritterode und denkt: Moment, war da nicht mal ein Feld, wo jetzt eine Halle steht? Oder: Ist das Wäldchen hinterm Ort nicht kleiner geworden? Das Gefühl, dass sich die Landschaft rund um Hettstedt Stück für Stück wandelt, hat wohl jeder von uns schon mal gehabt, nur beweisen oder genau einordnen konnte man es selten.
Ab sofort können wir das. Hettstedt Live hat ein neues Werkzeug live geschaltet, das wir intern EarthRadar nennen: eine Satellitenkarte, mit der sich Hettstedt, die Ortsteile und die gesamte Region Mansfeld-Südharz Jahr für Jahr vergleichen lassen und das direkt hier auf der Seite, ganz ohne Anmeldung oder Zusatzsoftware.
Was steckt dahinter?
Ganz grob gesagt: echte Satellitenfotos, keine Zeichnung und kein Symbolbild. Die Aufnahmen stammen vom europäischen Copernicus-Programm (Sentinel-2) und werden über Googles Earth-Engine-Plattform aufbereitet und das ist dieselbe Technik, mit der auch Umweltbehörden und Forschungseinrichtungen arbeiten. Für jedes Kalenderjahr wird aus mehreren wolkenfreien Aufnahmen ein Gesamtbild unseres Landkreises berechnet.
Im Hintergrund läuft außerdem, unabhängig von den Fotos, eine KI-gestützte Analyse von Google (AlphaEarth), die automatisch prüft, ob sich in einem der überwachten Gebiete (aktuell Hettstedt-Kernstadt, Walbeck, Ritterode und Meisberg) etwas auffällig verändert hat. Fällt der Ausschlag deutlich genug aus, bekommt unsere Redaktion das gemeldet und schaut sich die Sache genauer an. Ob daraus dann ein Artikel wird, entscheiden immer noch wir, nicht der Algorithmus.
Selbst ausprobieren
Das Schönste an der Sache: Ihr müsst uns nicht vertrauen, ihr könnt selbst nachsehen. Auf der Karte gibt es einen Regler, mit dem ihr zwischen zwei Jahren hin- und herschieben könnt und rechts oben lässt sich sogar frei wählen, welche zwei Jahre ihr gegenüberstellen wollt, vom Jahr 2018 bis heute. Wer mag, kann außerdem die Satellitenansicht kurz ausblenden, um sich an der normalen Straßenkarte zu orientieren, bevor er wieder vergleicht.
Auf dem Handy dreht sich die Ansicht übrigens automatisch: Dort teilt sich die Karte oben und unten statt links und rechts, damit auf dem schmalen Bildschirm mehr von der Fläche zu sehen ist.
Und jetzt?
Wir werden EarthRadar in den kommenden Wochen dort einbetten, wo es inhaltlich passt, wie etwa bei Berichten über Bauprojekte, Flächenversiegelung oder auch einfach, wenn jemand aus der Redaktion neugierig auf eine bestimmte Ecke der Stadt ist. Und ehrlich gesagt: Wir sind selbst gespannt, was uns diese Karte in den nächsten Monaten noch zeigen wird.
Damit ist außerdem längst nicht Schluss. Wir arbeiten bereits an weiteren Karten und Auswertungen für die Region, aber was genau daraus wird, verraten wir, sobald es so weit ist. Nur so viel: Der Blick von oben auf unsere Heimat hat gerade erst angefangen.
Hinweis: Die Bilder sind so stark komprimiert, das 1 Pixel eine Fläche von 10 mal 10 Metern abdeckt. Beim ersten laden der Kartendaten, kann es zu einer höheren Ladezeit kommen, da unser System immer auf das aktuellste verfügbare Bild zurückgreift.
