Die geplante Einführung von Sportstättengebühren in Hettstedt sorgt weiterhin für Diskussionsstoff. Bei einer jüngsten Informationsveranstaltung trafen Vertreter der Stadtverwaltung auf die lokalen Sportvereine, um die Eckpunkte der neuen Entgeltordnung zu besprechen und eine Brücke zwischen notwendigen Einnahmen und der Belastung des Ehrenamtes zu schlagen.
Die vorgeschlagenen Gebühren sehen 3 Euro pro Stunde für Erwachsene* und 1,50 Euro für Jugendliche* vor. Die Stadt betonte dabei ihren Ansatz, den Vereinen entgegenzukommen: Ziel sei es, einerseits eine maximale Auslastung der Sportstätten zu gewährleisten, andererseits aber auch eine gewisse Flexibilität für die Vereine zu ermöglichen.
Vereine sehen Mehrbelastung, aber keine Existenzgefahr
Obwohl bei keinem der anwesenden Vereine die Existenz direkt gefährdet gesehen wird, ist die deutliche Mehrbelastung durch die geplanten Gebühren unbestritten. Die zusätzlichen Kosten stellen die ehrenamtliche Arbeit vor neue Herausforderungen.
Politische Kritik: Lenke und Rieger schlagen alternative Einsparungen vor
Die politischen Fronten bleiben in dieser Frage verhärtet. Stadtrat Lenke (Die Linke) hält die Hallengebühren weiterhin für nutzlos. Er vertritt die Ansicht, dass die benötigten Kosten an anderer Stelle in der Verwaltung eingespart werden könnten, ohne die Sportvereine zu belasten.
Ähnlich argumentiert Rieger (parteilos), die einen Schritt weitergeht und explizit einen Stellenabbau in der Verwaltung als Maßnahme zur Kostenreduzierung anregt. Beide sehen die Lösung der städtischen Finanzprobleme nicht in der zusätzlichen Belastung der Sporttreibenden.
Ungewisse Zukunft: Das fehlende Sportstättennutzungskonzept
Ein weiterer kritischer Punkt, der in der Diskussion immer wieder zur Sprache kam, ist das noch immer nicht vorhandene Sportstättennutzungskonzept. Für Herrn Kühne (ehem. Blau Weiß) wirft dieser Umstand ein großes Fragezeichen über die Zukunftssicherheit der Sportstätten auf. Ohne ein strategisches Konzept zur Nutzung und Erhaltung der Hallen sehen die Vereine die langfristige Planungssicherheit beeinträchtigt.
Die Gespräche zwischen Stadt und Vereinen werden voraussichtlich fortgesetzt, um eine tragfähige Lösung zu finden, die den städtischen Haushalt entlastet, ohne das wichtige Ehrenamt im Sport nachhaltig zu schwächen.
*Nachtrag: pro Gruppe (egal wieviele Personen)



