Nahost-Eskalation: Außenminister Wadephul lenkt ein – Rückholaktion für gestrandete Urlauber startet

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HETTSTEDT / BERLIN – Die dramatischen Ereignisse im Nahen Osten halten auch das Mansfelder Land in Atem. Nachdem Israel und die USA am Wochenende Luftschläge gegen Ziele im Iran begannen und der Flugverkehr in der Golfregion kollabierte, sitzen zehntausende Deutsche fest. Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul (CDU) kündigte nun nach anfänglichem Zögern eine organisierte Evakuierung an.

​Noch vor 24 Stunden klang die Botschaft aus dem Auswärtigen Amt deutlich distanzierter. Wadephul mahnte zur Eigenverantwortung und verwies darauf, dass die Gefahr in der Region nicht unbekannt gewesen sei. Doch die Realität an den Flughäfen von Dubai und Maskat, wo tausende Urlauber bei gesperrten Lufträumen festsitzen, hat den Druck auf Berlin erhöht.

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​Was jetzt geplant ist

In Kooperation mit der Lufthansa und großen Reiseveranstaltern sollen nun Sonderflüge die Rückreise ermöglichen. „Wir wollen den Deutschen helfen, nach Hause zu kommen“, so Wadephul heute in Berlin. Priorität haben dabei Familien mit Kindern sowie gesundheitlich beeinträchtigte Reisende.

Wer trägt die Kosten?

Für die Betroffenen, darunter möglicherweise auch Reisende aus unserer Region, stellt sich die Frage der Finanzierung. Hier bleibt die Bundesregierung bei der bewährten Linie: Eine Evakuierung ist keine Gratis-Leistung.

  • Erstattungspflicht: Gemäß Konsulargesetz müssen die Kosten der Rückreise anteilig von den Passagieren übernommen werden.
  • Ticketpreise: Man rechnet mit Pauschalbeträgen, die sich an normalen Economy-Tickets orientieren (je nach Zielort zwischen 500 und 1.000 Euro).
  • Versicherungslücke: Da die aktuelle Lage als kriegerisches Ereignis eingestuft wird, greifen die meisten privaten Reise-Rücktrittsversicherungen nicht. Die Kosten bleiben somit Privatsache.

Wichtiger Hinweis: Alle deutschen Staatsangehörigen vor Ort sollten sich dringend in die Krisenvorsorgeliste „ELEFAND“ des Auswärtigen Amtes eintragen, um über Abflugzeiten und Treffpunkte informiert zu werden.

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