Das Pfingst-Rätsel gelöst: Warum wir am Montag die Füße hochlegen dürfen
Mal Hand aufs Herz: Wenn der Mai uns mit Feiertagen verwöhnt, stellen wir uns doch meistens zwei essenzielle Fragen: „Wird das Wetter gut genug zum Grillen?“ und „Warum habe ich am Montag eigentlich schon wieder frei?“
Während wir bei Ostern (Eier, Hasen) und Weihnachten (Baum, Geschenke) sofort ein Bild vor Augen haben, sieht es bei Pfingsten oft düster aus. Irgendwas mit einer Taube? Oder war es der „Pfingstochse“?
Wir von Hettstedt Live haben uns für euch durch die Geschichtsbücher gewühlt. Hier kommt die tiefgründige, aber garantiert nicht langweilige, Aufklärung, warum wir Pfingsten feiern und warum der Chef uns deshalb am Montag ausschlafen lässt.
Das Pfingstwunder: Wie ein göttliches Sprachgenie die Kirche gründete
Das Wort „Pfingsten“ klingt erst mal sperrig, hat aber einen ganz einfachen Ursprung. Es leitet sich vom griechischen Wort*„pentekostē“ ab, was schlicht und ergreifend „der fünfzigste“ bedeutet. Gemeint ist der 50. Tag nach Ostern.
Die Story dahinter ist ziemlich spektakulär und steht in der Apostelgeschichte der Bibel:
Die Jünger von Jesus saßen 50 Tage nach der Auferstehung ziemlich deprimiert und ängstlich in einem Haus in Jerusalem. Sie wussten nicht, wie es weitergehen soll. Doch plötzlich passierte das, was man heute wohl als filmreifen Spezialeffekt bezeichnen würde:
- Ein mächtiges Rauschen wie ein heftiger Sturm fegte durch das Haus.
- Feuerzungen erschienen am Himmel und ließen sich auf den Jüngern nieder.
- Und das Wichtigste: Der Heilige Geist erfüllte sie.
Der Clou an der Sache: Plötzlich konnten die Jünger alle Sprachen der Welt sprechen! Das war das sogenannte „Pfingstwunder“.
Jerusalem war damals voll von Pilgern aus aller Herren Länder. Die Jünger gingen raus, quatschten drauflos und jeder verstand sie in seiner eigenen Muttersprache. Petrus hielt eine feurige Rede, und zack, noch am selben Tag ließen sich rund 3.000 Menschen taufen.
Deshalb gilt Pfingsten bis heute offiziell als der „Geburtstag der Kirche“ und das Fest des Heiligen Geistes.
Und warum haben wir da jetzt frei?
Dass wir am Pfingstmontag die Füße hochlegen dürfen, verdanken wir einer Mischung aus jahrhundertelanger Tradition und unserem Grundgesetz.
Früher nahm man es mit den Kirchenfesten extrem genau. Da wurde nicht nur ein Tag gefeiert, sondern gleich eine ganze Woche (die sogenannte Pfingstoktav). Im Laufe der Jahrhunderte schrumpfte diese Partywoche zwar, aber der zweite Feiertag – der Montag – blieb im kollektiven Gedächtnis und in der Kultur tief verwurzelt.
Als Deutschland seine Gesetze schrieb, wurde dieser Schutz der Feiertage verankert. Im Artikel 140 des Grundgesetzes heißt es, dass der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ geschützt sind.
Da die Regelung von Feiertagen in Deutschland Ländersache ist, hat jedes Bundesland sein eigenes Feiertagsgesetz. In Sachsen-Anhalt ist der Pfingstmontag im Paragraf 2 des Feiertagsgesetzes (FtgG) fest als gesetzlicher Feiertag verankert. Beim Pfingstmontag sind sich übrigens alle 16 Bundesländer einig: Er ist überall arbeitsfrei.
Was machen wir nun mit dem freien Tag in Hettstedt?
Klar, die wenigsten von uns werden am Wochenende plötzlich fließend Spanisch oder Chinesisch sprechen können (es sei denn, nach dem dritten Bier am Grill passiert noch ein medizinisches Wunder).
Aber der Grundgedanke von Pfingsten passt eigentlich perfekt zu uns: Gemeinschaft, Begeisterung und einfach mal miteinander ins Gespräch kommen.
Egal, ob ihr das verlängerte Wochenende für einen Ausflug ins Grüne nutzt, im Garten die Grillsaison auf das nächste Level hebt oder einfach mal die „Arbeitsruhe“ wörtlich nehmt und bis mittags im Bett bleibt, das Team von Hettstedt Live wünscht euch ein fantastisches, erholsames Pfingstfest!
Genießt die freien Tage!
