×

Warnung

JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 62
Sonntag, 01 Mai 2011 12:03

Informatives über Hettstedt

geschrieben von
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Dort, wo das kleine Flüsschen Wipper gerade das Harzgebirge verlassen hat und sich an Hügeln, Halden, Büschen und Wiesen des Mansfelder Landes vorbeischlängelt, liegt Hettstedt.
Die Stadt erstreckt sich in ungefähr Süd-Nord-Richtung zu beiden Seiten der Wipper, sowohl im Tal, als auch auf den umliegenden Hügeln. Hier, am Südostrand des Harzes, verläuft die Bundesstraße 180 vom 62 km entfernten Magdeburg zum 15 km entfernten Eisleben. Weiterhin wird Hettstedt von der Bahnlinie Magdeburg - Erfurt berührt.
Hettstedts Marktplatz befindet sich 147 m über dem Meeresspiegel. Die Stadt besitzt eine Gesamtfläche von 1989 ha und ein Straßennetz von 62 km. Hettstedts erste nachweisliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1046 in einer Schenkungsurkunde des deutschen Königs Heinrich III. an die Stiftskirche zu Meißen. Historiker erkennen in der Namensendung "stedt" oder "städt" eine ursprüngliche Siedlung der Thüringer in den Jahren um 500, wobei Heckstädt, eine der zahlreichen Namensversionen, die Deutung "Wohnstätte des Hecco" erlaubt. Hettstedts Entwicklung von einer kleinen Siedlung hier im malerischen Wippertal zu einer heutigen mittleren Stadt mit ca. 18.600 Einwohnern ist eng mit dem Bergbau verknüpft. Am Kupferberg bei Hettstedt (heute in der Nähe des Stadtkerns) lag im Jahre 1199 die Wiege des Mansfelder Kupferschieferbergbaus.
Der Sage nach sollen zwei Bergknappen aus Goslar, Nappian und Neucke, im Mansfeldischen das wertvolle Kupfererz entdeckt haben. In dessen Folge entwickelten sich in Jahren und Jahrhunderten Schächte, Hütten und eine große Nichteisen-Metallurgie, die die Stadt und ihr Umfeld bis in die jüngste Vergangenheit geprägt haben. Die entsprechenden Industriestandorte der Mansfelder Kupfer- und Messing GmbH befinden sich südlich der Stadt. Durch eine umfassende Sanierung und Privatisierung werden die Kernbereiche dieser Industrie erhalten. Zwei große Gewerbegebiete in unmittelbarer Nähe der Stadt, das Hettstedter in der Ritteröder Straße und das Walbecker, bieten Investoren und jungen Unternehmern der Klein- und Mittelindustrie sowie des Handwerks gute Ansiedlungsmöglichkeiten. Hettstedts Stadtkern ist gekennzeichnet durch ein Nebeneinander von historischen Bauwerken, neuen Gebäuden, Grünflächen und Baumwuchs. Durch eine systematische Ortskernsanierung wurde und wird die bestehende Bausubstanz erhalten und erneuert, entstehen Wohnungen und Geschäfte. Eine Wanderung durch die historische Altstadt ist gleichzeitig eine Wanderung durch Hettstedts Geschichte.

Burg Hettstedt - Bergfried


Unweit vom Marktplatz, am Busbahnhof, ist das einzige Überbleibsel der Burg Hettstedt zu besichtigen: ein etwa 17 m hoher, fast 8 m dicker Rundturm, auch genannt Bergfried. Die Freiherren von Arnstein ließen die Burg in den Jahren 1204 bis 1224 zum Schutz des auf dem Kupferberg betriebenen Bergbaus errichten und besetzten sie mit einem Bergvoigt. Im Dreißigjährigen Krieg, 1618 - 1648, wurde die Burg stark beschädigt. Seit etwa 1650 wurde die Burgruine als Brauerei genutzt. In den Jahren 1967/68 erfolgte wegen des Baus des Busbahnhofs der Abriss der Ruine.


Stadtbefestigung - Saigertor, Wahrzeichen der Stadt


Von der einstigen Stadtbefestigung, die in den Jahren 1430 - 1439 angelegt wurde, bestimmen noch alte Tor- und Wehrtürme das Bild der Innenstadt: der MolmeckerTorturm in der Wilhelmstraße, das Saigertor zwischen Markt und Freimarkt, der Brücktorturm an der Wipperbrücke zwischen Markt und Luisenplatz, der Zuckerhut- turm Hinter den Planken und ein einseitig offener Turm an der Nordseite der Turnhalle des Gymnasiums am Markt. Reste der Stadtmauer sind im Stadtpark noch vorhanden. Das Saigertor, heute Hettstedts Wahrzeichen, erfuhr 1537 einen Umbau zum Torturm, erlitt 1651 starke Brandzerstörungen und wurde 1722 in seiner heutigen Gestalt wieder aufgebaut.
Das Saigertor ist bis zur Fahnenspitze 33 m hoch.


 

Rathaus


Hettstedts Rathaus ist das prominenteste der den Marktplatz umgebenden Gebäude. Das älteste erwähnte Rathaus befand sich inmitten des heutigen Marktes. Es brannte 1506 ab. Der Wiederaufbau des Rathauses wurde 1526 an seiner heutigen Stelle vollendet. Dieses wurde 1627 wiederum Opfer des Feuers. Ein erneuter Wiederaufbau geschah im Jahre 1667. In den Jahren 1879 und 1913 folgten weitere Umbauten und Vergrößerungen des Gebäudes. Sein heutiges Aussehen erhielt das Rathaus im Wesentlichen bei seinem Umbau im Jahre 1913.

 

St.-Jakobi-Kirche
Wie kein anderes Gebäude bestimmt die St.-Jakobi-Kirche, eine spätgotische Hallenkirche, die Silhouette der Stadt. Ihre Erbauung vollzog sich von 1418 bis 1517. Nach ihrer Zerstörung in der Brandkatastrophe im Jahre 1697 erfolgte 1706 ihr Wiederaufbau mit barocker Haube. Ein letzter Umbau im Jahre 1905, bei dem man die Türmerwohnung beseitigte, eine neue Orgel, eine neue Empore, neue Fenster und eine neue Uhr einbaute, verlieh der Kirche schließlich ihr heutiges Aussehen.
Die Kirche ist bis zur Spitze 63 m hoch.

Bergbaudenkmal am Markt


Das Denkmal wurde anlässlich der 750-Jahrfeier des Mansfelder Bergbaus im Jahre 1950 enthüllt. Das Porphyr-Denkmal erschufen die Hallenser Bildhauer Richard Horn und Otto Leibe. Die Reliefdarstellungen symbolisieren den Kupferschieferbergbau und das Hüttenwesen im Mansfelder Land. Die dem Rathaus zugewandte Seite zeigt die Bergleute Nappian und Neuke, die auf dem Hettstedter Kupferberg um das Jahr 1200 Kupferschiefer entdeckten.

 

St.-Gangolf-Kirche


Die St.-Gangolf-Kirche ist Hettstedts älteste Kirche. Sie befindet sich an der Gangolfstraße auf dem östlich der Wipper gelegenen Kupferberg. Nachdem dort um das Jahr 1200 der Kupferbergbau begann, ließen die Freiherren von Arnstein Anfang des 13. Jahrhunderts für die Bergleute auf dem Kupferberg eine Kapelle errichten. Diese wird heute nicht mehr kirchlich genutzt.


weiter zum Mansfeld-MuseumMansfeld-Museum


Das Barockschloss, heutiges Mansfeld-Museum, welches sich im Stadtteil Burgörner-Altdorf befindet, wurde 1721 erbaut und 1740 vom preußischen Regierungspräsidenten Karl-Friedrich von Dacheröden als Rittergut gekauft. Seine Enkelin, Caroline von Dacheröden, heiratete 1791 den späteren preußischen Minister Wilhelm von Humboldt. Das Museum zeigt die Geschichte der Technik, Wirtschaft und Kultur des Mans- felder Berg- und Hüttenwesens. Hauptattraktion ist der originalgetreue Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine Wattscher Bauart - die sogenannte Feuermaschine - von 1785. Im Freigelände sind viele große und kleinere Exponate der Bergbau-, Hütten- und Verarbeitungstechnik zu sehen.
Als Technisches Museum des Mansfelder Kupferschieferbergbaus und Hüttenwesens stellt das Mansfelder Museum in erster Linie die technische und wirtschaftliche Entwicklung diese einst sehr bedeutenden, über nahezu 800 Jahre das Mansfelder Land prägende Montanreviers dar. Hauptattraktion des Museums ist der originalgetreue Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine Watt´scher Bauart, die hier im Jahr 1785 in Betrieb genommen wurde.


Reste des Carmeliterklosters


Das 1452 geweihte, aus Holz errichtete Kloster brannte 1517 ab, wurde im selben Jahr aus Stein wieder aufgebaut und während des Bauernkrieges 1525 zerstört. Mauerreste sind auf dem Hof des Hauses Freimarkt 12 noch vorhanden.


Maschinendenkmal


Südöstlich von Hettstedt befindet sich auf einer Halde des ehemaligen König-Friedrich-Schachtes ein Denkmal zur Erinnerung an die erste in Deutschland gebaute Dampfmaschine. Es besteht aus einem Granitblock mit zwei Bronzetafeln sowie einem Fundament aus Buntsandstein und Granitplatten. Die am 23. August 1785 auf dem König-Friedrich-Schacht in Betrieb genommene Dampfmaschine diente zur Entwässerung der Schachtanlagen. In Würdigung dieses Ereignisses ließ der Verein Deut- scher Ingenieure dort das von ihm gestiftete Maschinendenkmal aufstellen. Seine Enthüllung und Einweihung erfolgte am 20. August 1890.

 

Gelesen 722202 mal Letzte Änderung am Sonntag, 01 Mai 2011 12:10

Mehr in dieser Kategorie: « ABC Schützen